Rentenversicherungspflicht für alle Selbstständigen

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Radek Pernicky Fachliche Tipps 20. Oktober 2019

Die Rentenversicherungspflicht für Selbstständige kommt

Viele Selbstständige denken vorwiegend an Ihr Unternehmen und erst später oder gar nicht an Ihre eigene Altersvorsorge. Auch deswegen droht vielen Unternehmern die Altersarmut. Bundesminister Heil (SPD) möchte das nun mit einer Pflicht ( Rentenversicherungspflicht ) für Selbstständige zur Altersvorsorge ändern.

Doch wie soll das funktionieren? Schließlich haben die meisten Unternehmer bereits unkonventionell mit verschiedenen Geldanlagen und Immobilien vorgesorgt, oder haben schlichtweg kein zusätzliches Kapital für Rentenbeiträge übrig.

In diesem Artikel wird beschrieben wie die Rentenversicherungspflicht von Bundesminister Heil aussehen soll und wen sie betrifft. Außerdem bekommen Sie wertvolle Tipps, wie Sie damit umgehen und sich unter Umständen sogar befreien lassen können.

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Welchen Hintergrund hat die Rentenversicherungspflicht für Selbstständige?

Unternehmer, welche nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, später im Alter jedoch in Form einer Grundrente davon profitieren, belasten das Sozialsystem. Demnach macht eine Rücklage in eine Kasse, von welcher der Einzelne später profitieren wird, Sinn. Jedoch triff eine Zwangsabgabe oft die falschen. Beiträge in die gesetzlichen Rentenversicherung werden nicht für den Einzelnen angelegt, sondern kommen der gesamten Rentenkasse zu Gute. Die gesetzliche Rentenversicherung funktioniert nach dem sogenannten Umlageverfahren. Alle Zahlungen werden direkt an die Leistungsberechtigten ausbezahlt. Es findet keinerlei Verzinsung statt.

Heil´s Schätzungen zufolge sind 3-4 Millionen Selbstständige von der Altersarmut bedroht. Diese Unternehmer zahlen keine Beiträge in den Rententopf. Diese Unternehmer erhalten jedoch im Rentenalter trotzdem eine Mindestleistung zum Überleben. Um einen Ausgleich zu schaffen, möchte Bundesminister Heil eine Rentenversicherungspflicht für Selbstständige einführen. Die Vorteile liegen auf der Hand. Die gesetzliche Rentenversicherung hätte mit einem Schwung ordentliche Mehreinnahmen. Auch wesentlich weniger Unternehmer würde ohne Zuschuss vom Staat im Alter über die Runden kommen.

Wie stellt sich die Regierung die Vorsorge vor? Welche Anlageformen werden akzeptiert?

In erster Linie soll eine ratierliche monatliche Rente empfangen werden, welche den Lebensunterhalt sichern soll. Eine Anlage, welche mit einem Schwung abgerufen werden kann, ist daher aus Sicht der Bundesregierung ungeeignet. Konkret werden die nachfolgenden 3 Modellen als geeignet betrachtet:

  1. Gesetzliche Rentenversicherung
  2. Berufsständisches Versorgungswerk
  3. Private Vorsorge über die sogenannte Basis Rente oder auch, dem Schöpfer sei Dank, Rürup Rente genannt

Welchen Beitrag muss ich leisten?

Geplant ist ein Betrag analog den angestellten Beitragszahlern von 18,6% vom zu versteuernden Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze (80.400,-€ West/73.600,-€ Ost) für die gesetzliche Rentenversicherung. Es soll einen Grundfreibetrag geben, welcher bei 14.400,-€ Ledige/28.800,-€ Verheiratete zu versteuernden Einkommen pro Jahr oder 1.200,-€ Ledige/ 2.400,-€ Verheiratete monatlich liegt.

Wann wird die Rentenversicherungspflicht für Selbstständige kommen?

Wenn es nach Bundesminister Heil geht, dann wäre diese bereits gestern eingeführt worden. Der Gesetzesentwurf zur Einbeziehung der Selbstständigen liegt bereits sehr detailliert vor. Es sieht danach aus, dass es weniger um das „Wann“, sondern viel mehr um das „Wie“ geht.

Der CDU-Rentenexperte Peter Weiß sagte dem Handelsblatt: „Wir wollen das Thema lösen. Die Grundrente steht zum dritten Mal in einem Koalitionsvertrag.“ Eine erneute Verschiebung wäre „unglaubwürdig“. Allerdings müsse die Grundrente „zielgenau und finanzierbar sein“, sagte Weiß.

Wie kann ich die Rentenversicherungspflicht umgehen?

In der Vergangenheit gab es schon die Einführung der Rentenversicherungspflichten für andere Berufsgruppen. In der Regel wurden diejenigen befreit, welche eine entsprechende Vorsorge nachweisen konnten.

Es ist davon auszugehen, dass eine klassische Vorsorge oder das Wohneigentum nicht ausreicht. Es sollte vielmehr eine Basis Rente bestehen. Seit wann und in welcher Höhe diese Verträge zum Zeitpunkt der Prüfung bereits bestehen müssen, kann nur geschätzt werden. Hierbei gilt der Grundsatz: Umso früher, um umso besser“

Wie sieht eine Anlage in die Basis Rente aus?

Die Basis Rente ist mit einer Rentenversicherung vergleichbar, nur dass die Basis Rente bis zu einem Beitrag von 24.305,-€ pro Jahr für Ledige und 28.610,-€ für Verheiratete steuerlich begünstigt ist. Außerdem darf zum Ablauf, welcher frühestens ab dem 62. Geburtstag stattfinden, nur eine monatliche Rente und keine Einmalauszahlung möglich sein. Die Geldanlage innerhalb der Basis Rente sollte näher betrachtet werden. Dort gibt es sehr große Unterschiede.

Welches Vorgehen ist empfehlenswert?

Wenn Sie mit einem Beitrag in die gesetzliche Rentenversicherung einverstanden sind, dann müssen Sie nichts weiter unternehmen und können getrost abwarten. Wenn Sie allerdings gerne die Wahl hätten, dann sollten Sie an dem Tag, an welchem Sie sich zu Ihrer privaten Altersvorsorge rechtfertigen müssen, entsprechende Sparleistungen in adäquate Verträge vorweisen können. Lassen Sie sich dem Berater Ihres Vertrauens beraten. Unabhängig davon sollten Sie den „Rentenversicherungspflicht-Check“ machen. Gerne stehen wir Ihnen für eine Beratung mit unserem Team zur Verfügung.

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